Von Nichtmedizinern ein Geschäftsmodell aufschwatzen lassen

Von Nichtmedizinern ein Geschäftsmodell aufschwatzen lassen sieht die Epidemiologin Dr. Angela Spelsberg, Tumorzentrum Aachen e.V., als Problem des Partikeltherapiezentrums in einem Artikel bei fr-online.de 'Profit ist nicht Zweck der Medizin'. Der Zusatznutzen des neuen Therapieverfahrens sei noch nicht ausreichend in Studien belegt, um es in die Routine einzuführen.

Wie eine Pressemitteilung der hessischen Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann belegt, nimmt die Diskussion über das plötzliche Aus der Anlage am privatisierten Uniklinikum Gießen Marburg, Standort Marburg, auch auf der politischen Ebene an Fahrt auf.

Dr. Thomas Spies (MdL SPD) hatte bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Aus für die Marburger Anlage die Frage nach den Konseqenzen für die Patienten und den Steuerzahler aufgeworfen.

In der Ausgabe vom 15.08.2011 hat der SPIEGEL unter 'Gefährlicher Strahl' ausführlich über die wirtschaftlichen Aspekte der Anlage berichtet. Sie sei bei der in Heidelberg und Marburg erzielbaren Anzahl von Behandlungen trotz einer Kostenerstattung der Krankenkassen nicht wirtschaftlich zu betreiben.

In Kollegenkreisen wird auch die Frage aufgeworfen, warum sich die Verantwortlichen für Marburg und Kiel (auch dort in eine Partikeltherapieanlage am wirtschaftlich klammen Universitätsklinikum in Bau), nicht frühzeitig in Heidelberg über die reale Situation einer bereits betriebenen Anlage informiert haben.

Die in Kiel involvierte Bilfinger Berger Project Investments sieht ihr Vorhaben noch sehr optimistisch. Die in Marburg ursprünglich geplante Behandlungszahl pro Jahr von mind. 2.500 wird dort mit rund 3.000 noch übertroffen.

Aktualisierung am 20.09.11: Nach einer Meldung von KN-Online.de (Kieler Nachrichten) vom 14.09.11 hat Siemens auch in Kiel den Ausstieg aus dem Projekt der Partikeltherapie verkündet.

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