Warum Henke nicht im Klinkum Kassel sprechen musste

Wedelt hier nicht der Schwanz mit dem Dackel, werden Sie sich fragen, wenn wir den 1. Vorsitzenden des Marburger Bundes Bundesverband Rudolf Henke mit dem Verdi-Chef Bsirske und damit unsere Ärztegewerkschaft mit der ungleich größeren Dienstleistungsgewerkschaft vergleichen? Nein, antworten wir selbstbewusst, denn auf die Organisationsquote, die Kampfbereitschaft, solidarische Geschlossenheit und vor allem das entschiedene Wahrnehmen der Interessen der Betroffenen kommt es in unseren Augen an. Nicht zuletzt scheuen wir den Vergleich der Ergebnisse unserer gewerkschaftlichen Arbeit nicht.

Gefragt nach den Hintergründen des für viele erstaunlich guten Abschneidens der Liste Alternative bei den Wahlen zu den Aufsichtsräten in der Klinikum Kassel GmbH und der Gesundheit Hessen Holding AG (GNH), sehen wir weniger die in der Presse häufig thematisierte Personalie einer Verdi-Prominenten als ausschlaggebend an. Eine wesentlichere Rolle dürfte der Abschluss eines Vertrages durch Verdi gewesen sein, nach dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums sich durch einen Gehaltsverzicht persönlich am Neubau des Klinikums beteiligen müssen.

Für den Listenführer des Alternative, unser Mitglied Dr. med. Kolja Deicke ist der Kampf gegen diesen Vertrag ein wichtiger Programmpunkt seiner Arbeit in der Mitbestimmung. Er weiß dabei nicht nur die MB-Mitglieder am Klinikum Kassel, sondern auch den ganzen MB Hessen hinter sich.

Wir sind sicher, dass den für die Region Kassel verantwortlichen Politikern bewusst ist: Wenn das Schwerpunktkrankenhaus der Region als wesentlicher Standortfaktor und wichtiger Arbeitgeber obendrein nicht zukunftsfähig ausgestattet, sondern sogar weiter kaputt gespart wird, wird auch das gesamte Umfeld schwersten Schaden nehmen. Diese Verantwortung für die Region auf den Schultern der Beschäftigten abzuladen, die ohnehin nach unserer Meinung bereits übel ausgebeutet werden, lehnen wir entschieden ab.

Die Beschäftigten des Klinikums wissen offensichtlich zwischen Worten und Taten zu unterscheiden, deshalb konnte auch das persönliche Auftreten des Verdi-Chefs in einer gut besuchten Betriebsversammlung am 15.04.2007 das schlechte Abschneiden bei den Aufsichtsratswahlen nicht verhindern und den auch in seiner Gewerkschaft laut gewordenen Unmut nicht beschwichtigen.

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