Was ändert sich im Rettungsdienst?

Im Rettungsdienst sind aktuell - neben den Notärzten - Rettungshelfer, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten im Einsatz. Seit einigen Jahren wurde von verschiedenen Seiten gefordert, die Rettungsassistentenausbildung neu zu regeln.

Das Bundesministerium für Gesundheit hatte aus diesem Grund einen Entwurf eines Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) erarbeitet, der nach langen Diskussionen im Februar 2013 vom Bundestag verabschiedet wurde. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2014 in Kraft.

Mit dem durch das Gesetz geschaffenen neuen Berufsbild Notfall­sanitäterin/ Notfallsanitäter wird ein deutlicher Qualitätsanstieg erreicht. Dies erfolgt durch eine längere Ausbildung und dem Wegfall der Eigenfinanzierung. Dieser Schritt war lange überfällig, um die Ausbildung an die aktuellen Anforderungen anzupassen.

Der Rettungsdienst hat sich gewandelt

Der Rettungsdienst hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert. War die eigentliche Aufgabe früher der Transport von Verletzten und Erkrankten und damit der nichtpolizeilichen Gefahrabwehr zugeordnet, so leistet der Rettungsdienst heute eine präklinische Behandlung und damit den ersten wichtigen Schritt zu einer adäquaten Therapie und Heilung.

Heftig diskutiert wurde im Vorfeld die Übernahme von ärztlichen Maßnahmen durch den Notfallsanitäter. Schließlich wurde dies in § 4 (Ausbildungsziel), NotSanG, neu eingeführt: „…eigenständiges Durchführen von heilkundlichen Maßnahmen, die vom Ärztlichen Leiter Rettungsdienst oder entsprechend verantwortlichen Ärztinnen oder Ärzten bei bestimmten notfallmedizinischen Zustandsbildern und –situationen standardmäßig vorgegeben, überprüft und verantwortet werden“.

In Hessen gibt es kaum Veränderungen

Abweichend von anderen Bundesländern trat in Hessen bereits 2004 die „Grundsatzregelung für erweiterte Maßnahmen für das Rettungsdienstpersonal“ in Kraft, die vom zuständigen Ärztlichen Leiter Rettungsdienst vorgegeben und überprüft werden. In Hessen wird sich daher nicht viel an den Befugnissen der Notfallsanitäter mit Blick auf das „eigenständige Durchführen von heilkundlichen Maßnahmen“ ändern.

Die positiven Erfahrungen in Hessen haben gezeigt, dass sich die notfallmedizinische Versorgung nicht verschlechtert - wie von einigen Ärzteverbänden befürchtet wird -, sondern durch das schnelle Eingreifen der Rettungsassistenten viele Patienten vor bleibenden Schäden bewahrt und in vielen Fällen sogar das Überleben gesichert wird. Diese qualifizierten Rettungsassistenten bilden eine sinnvolle Ergänzung zum Notarztsystem.

Autor: Dr. Paul Otto Nowak ist Vorsitzender des Ausschusses Rettungsdienst und Notfallmedizin der Landesärztekammer Hessen, Mitglied im Landesbeirat Rettungsdienst des Hessischen Sozialministeriums und dessen Ausschüssen sowie im Ausschuss Rettungsdienst des Bundesverbandes des Marburger Bundes.

 

 

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