Online-Befragung der Klinikärzte: Wertvolle ärztliche Arbeitskraft wird zum Schaden der Patienten verheizt

Wir stellen weitere Ergebnisse der Online-Befragung der Klinikärzte vor, deren Ergebnisse wir hier für Sie bereitgestellt hatten.

Der Fragebogen sollte auch Schwachstellen der Arbeitsorganisation erheben, die zu Verzögerungen oder Mehrarbeit führen oder die Erfüllung der ärztlichen Aufgaben beeinträchtigen. Auf die Frage ‘Wie häufig kommt es vor, dass Sie Zeit damit vertun, um sich Unterlagen, Materialien oder Geräte zum Weiterarbeiten zu beschaffen?‘ antworteten etwas Zweidrittel mit mindestens ‘etwa täglich‘, 26,2% sogar mit ‘mehrmals pro Tag‘ und 15,0% mit ‘ständig‘! Dass es dabei signifikante Unterschiede in der Hierarchie gab, kann nicht überraschen, aber selbst die Oberärzte (und wenigen Chefärzte) mit ihren besseren Möglichkeiten einer Arbeitsdelegation lagen mit einem Durchschnitt knapp unter 3 immerhin noch deutlich näher zur Antwort ‘etwa täglich‘ als zur Antwort ‘mehrmals pro Woche‘.

Belastend kommt hinzu, dass mehr als die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte keinen oder nur wenig Einflus auf die Gestaltung von Arbeitsabläufen sahen, vor allem, wenn sie keine Ober- oder Chefärzte waren.

Mit einer Schilderung grotesker Situationen insbesondere im Nachtdienst ließen sich in der fünften Jahreszeit mühelos ganze Sitzungen füllen. Wenn nun jemand vermuten sollte, dass es hier nur um Komforteinbußen bei der Arbeit ginge oder lediglich wertvolle ärztliche Arbeitskraft zu delegierbaren Arbeiten missbraucht würde, verkennt den Ernst der Situation in den von der Politik kaputtgesparten Kliniken. Denn die dadurch bedingten Verzögerungen oder fehlenden Informationen in der Notfallversorgung können Patienten auf das Schwerste gefährden.

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