MB fordert die unverzügliche und vollständige Übernahme des MB-Tarifabschlusses

Pressemitteilung der MB-Landesverbände Hessen und Nordrhein-Westfalen

Marburger Bund warnt vor Einsparpolitik der Regionalkommissionen

Die Marburger Bund Landesverbände Hessen und Nordrhein/Westfalen fordern die Regionalkommissionen des Deutschen Caritasverbandes auf, die in der vorigen Woche von der Bundeskommission der Caritas beschlossene Übernahme des MB-Tarifabschlusses (TV-Ärzte/VkA) von Anfang März unverzüglich und ohne Abstriche umzusetzen.

„Es hat sich in den vergangenen Jahren leider wiederholt gezeigt, dass die untergeordneten Regionalkommissionen sowohl die Caritas-Bundesbeschlüsse als auch die tariflichen Einigungen zwischen der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) und dem Marburger Bund weder zeitgleich und noch vollständig übernommen haben“, beklagen PD Dr. Andreas Scholz, Landesverbandsvorsitzender des Marburger Bundes Hessen und Prof. Dr. Ingo Flenker, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP.

In den vergangenen Jahren haben durch diese unsägliche Praxis des Dritten Weges Tausende Ärztinnen und Ärzte an den gut 280 katholischen Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erhebliche finanzielle Einbußen erlitten! Offenbar sparen die katholischen Krankenhäuser bei den Ärztinnen und Ärzte Finanzmittel ein, um angesichts mangelnder Investitionen der Länder im stetig härter werdenden Wettbewerb aller Kliniken untereinander mithalten zu können.

Die für Nordrhein-Westfalen zuständige Regionalkommission NRW wird am 18. Juli tagen, die für Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland zuständige Regionalkommission Mitte tagt heute und morgen.

In diesem paritätisch besetzten Gremium konnte im Vorjahr durch die Blockadehaltung der Dienstgeber lange Zeit nicht der erforderliche Zwei-Drittel-Konsens gefunden werden. Dadurch entging den Ärztinnen und Ärzte an katholischen Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz, in Hessen und im Saarland letztlich für acht Monate die marktübliche Tariferhöhung. Sie bekamen 2012 im Vergleich zu den Caritas-Kollegen in NRW für die gleiche ärztliche Tätigkeit zwischen 1000 und 2000 Euro weniger Gehalt. „Obwohl kirchliche Kliniken sich nicht anders finanzieren als kommunale Krankenhäuser, haben die kirchlichen Träger so einfach Personalkosten eingespart“, sagen Scholz und Flenker.

„Wer in kirchlichen Kliniken bei der Vergütung der Ärzte spart, darf sich aber nicht wundern, wenn die betroffenen Ärzte in diejenigen Kliniken abwandern“, erklären Scholz und Flenker weiter, „die ärztliche Tätigkeiten nach unseren MB-Tarifverträgen besser dotieren.“ Verständlich sei, dass offene Arztstellen in kirchlichen Kliniken in der Folge dann kaum wieder zu besetzen seien.

„Es gibt einen Wettbewerb um die besten Ärzte auf dem Arbeitsmarkt, den kann man nur verlieren, wenn man nicht unsere Leitwährung zahlt. Gerade in der jetzigen Zeit des allgemeinen Ärztemangels, wissen Ärzte sehr wohl, wo ihre Arbeit tatsächlich adäquat geschätzt wird.“

„Wir beanspruchen als Marburger Bund gegenüber der Caritas unser Grundrecht als Gewerkschaft. Der Dritte Weg ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten, entstammt noch der Weimarer Reichsverfassung“, betonen Scholz und Flenker. „Wir wollen endlich unsere Arbeitsbedingungen bei kirchlichen Krankenhausträgern durch Tarifverträge regeln können. Das würde eine faire Vergütung auf dem üblichen Marktniveau garantieren.“ Ein Ausschluss des Streikrechts sei auch unter Berufung auf das Kirchenprivileg und auch bei der Schaffung eines kirchlich modifizierten Tarifvertragsrechtes verfassungswidrig.

Foto: Marco2811 - Fotolia

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