Abbruch der Tarifgespräche durch Kreisklinik Darmstadt-Dieburg

Pressemitteilung: Marburger Bund setzt sich weiter für Tarifbindung ein

Darmstadt. Seit Januar verhandelt der Marburger Bund Hessen für die Ärztinnen und Ärzte der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg GmbH (Groß-Umstadt und Seeheim-Jugenheim) über einen arztspezifischen Tarifvertrag. Landrat Klaus Peter Schellhaas und Kliniken-Betriebsleiter Christian Keller haben die Verhandlungen, nach zwei Verhandlungsrunden mit dem Marburger Bund, am 3. Juli einseitig abgebrochen. Als Begründung führen sie an, dass mit den Forderungen der Gewerkschaften die wirtschaftlichen Konsequenzen nicht absehbar seien.

„Nach unserer Einschätzung ist dieses Argument vorgeschoben, denn über die eigentlichen Knackpunkte der Forderungen wollen Landrat und Geschäftsführung offensichtlich nicht näher verhandeln“ sagt RA Andreas Wagner, stellv. Geschäftsführer Marburger Bund Hessen.

Vielmehr nehmen sie die vermeintlich zu hohen Forderungen zum Anlass, die Arbeitsbedingungen weiterhin „individuell“ an den Gewerkschaften vorbei zu verhandeln. Damit wollen sie nach eigener Aussage „die Kliniken für die Menschen in der Region erhalten und wirtschaftlich fit machen“ - dies allerdings auf dem Rücken der Mitarbeiter, die so deutlich weniger verdienen. „Damit wird den Mitarbeitern in der GmbH deutlich gemacht, dass sie dem Träger weiterhin weniger wert sind, als die Mitarbeiter im Eigenbetrieb“, sagt Wagner.

Der Marburger Bund fordert weiterhin die Schaffung eines Tarifniveaus für die Kreisklink GmbH, das dem der Flächentarifverträge entspricht. Das weitere Vorgehen wird jetzt intern besprochen.

Hintergrund: Bereits seit 2000 wird in den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg Tarifflucht betrieben, indem neu eingestellte Mitarbeiter in einer Kreisklinik GmbH angestellt werden – ohne Tarifvertrag, das bedeutet, weniger Gehalt und keine angemessene betriebliche Altersversorgung. Für die wenigen verbliebenen Mitarbeiter im Eigenbetrieb gelten allerdings weiterhin die Tarifverträge des Öffentlichen Dienstes.

Ansprechpartner: RA Andreas Wagner, stellv. Geschäftsführer Marburger Bund Hessen,  
Tel.: 069-768001-0, E-Mail: recht@mbhessen.de

 

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