Qualitätssicherung der Weiterbildung in der Landesärztekammer Hessen - was versteht das Präsidium darunter?

Weiterbildung – eine der Kernaufgaben der Landesärztekammer Hessen (LÄKH)! Das ist der Bereich, in dem unser Berufsnachwuchs häufig zum ersten Mal mit der Kammer in Kontakt tritt, mal erfreulich, mal weniger erfreulich.

Weiterbildung – ist eine Form der Qualitätssicherung der ärztlichen Arbeit für Patientinnen und Patienten. Nur mit ausreichenden Kenntnissen kann eine Facharzttätigkeit ausgeübt werden. Darauf vertrauen Kranke, wenn sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Das ist gesetzlich so geregelt und das ist gut und richtig so!

Weiterbildung – nach dem Studium eine neue Hürde, die genommen werden muss.

Weiterbildung – genau das benötigen Ärztinnen und Ärzte nach ihrer Berufsausbildung, um später einmal eine Arztpraxis übernehmen zu können und allein eigenverantwortlich am Patienten tätig sein zu können!

Rückblick

Bei der Inthronisation des amtierenden Präsidiums vor ca. drei Jahren wurde vollmundig versprochen, dass man sich insbesondere um den Berufsnachwuchs kümmern wolle. Schliesslich hatten und haben zahlreiche Niedergelassene Probleme, ihre Praxen an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu verkaufen. Aber heute scheinen sich die Arbeitsschwerpunkte des Präsidiums, ganz überwiegend von niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen besetzt, offensichtlich weit verschoben zu haben. Ein wichtiges Indiz war uns, dass am Bad Nauheimer Gespräch zum Thema “Krankenhausärzte” im August 2011 kein einziges Präsidiumsmitglied teilgenommen hatte.

Die Ergebnisse der Evaluation der Weiterbildung zeigen uns nun besonders eindrucksvoll die gelebte Themenverschiebung. Das extrem miserable Ergebnis für Hessen kann eigentlich nur so erklärt werden, dass sich das Präsidium - schliesslich hat es die Geschäfte der Kammer zu führen - höchstens halbherzig mit dem Thema befasst hat. Bei starkem Engagement, auch z.B. vor Ort, wäre sicherlich ein wesentlich besseres Ergebnis möglich gewesen.

Das Präsidium hat sich mithilfe der es tragenden Mehrheit der niedergelassenen “Fachärzte” und “Hausärzte” in der Delegiertenversammlung bereits seine Aufwandsentschädigungen für die “ehrenamtliche” Tätigkeit um das Dreifache erhöht. Weitere kräftige Erhöhungen der Aufwandsentschädigung vor allem für Niedergelassene in anderen Gremien der LÄKH werden ständig diskutiert und sind schon in der Planung.

Bewertung

Eine Grundforderung des Marburger Bundes ist und bleibt immer: “Gutes Geld für gute Arbeit!” Allerdings – noch nie haben wir Geld unserer Kolleginnen und Kollegen genommen. Hier in der Kammer jedoch geschieht etwas Ungeheuerliches: Trotz miserabler Mobilisierung der Betroffenen bei der Qualitätssicherung in der Weiterbildung wollen sich die niedergelassenen Funktionsträger in der LÄKH aus den Kammerbeiträgen der Kolleginnen und Kollegen, überwiegend angestellte Ärztinnen und Ärzte, noch mehr bereichern. Statt eine um mehr als fünf Millionen Euro überzogene Rücklage mit einer sofortigen Beitragsermäßigung um ca. 27 % an die Beitragszahler auszukehren, drohen Millionen für überzogene Aufwandsentschädigungen verbraucht zu werden.

Quintessenz einer “Qualitätssicherung in der Landesärztekammer Hessen

  • Versagen des Präsidiums bei zentralen Aufgaben
  • Interessenverlagerung auf das rein fiskalische Thema der eigenen Aufwandsentschädigung
  • Die Gier scheint auch in der Ärztekammer eingezogen und vor Qualität zu gehen!

Das Präsidium erscheint mit der Aufgabe “Weiterbildung und deren Evaluation” und nachhaltigen Verbesserungen bei der Weiterbildung für junge Kollegen vollkommen überfordert. Wiederholtes Versagen verdient in der Berufspolitik harte Konsequenzen!

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