3940 Stimmen entfielen auf den Marburger Bund


Der Marburger Bund Hessen hat bei der Kammerwahl ein sehr gutes Ergebnis erzielt und ist mit Abstand die stärkste Liste mit 24 Sitzen in der Delegiertenversammlung (2013: 21 Sitze) der Landesärztekammer Hessen. „Das Engagement unserer Mitglieder bei der Kammerwahl hat sich gelohnt. Ich möchte mich bei allen bedanken, die an diesem Wahlerfolg mitgewirkt haben”, sagt Spitzenkandidatin Dr. Susanne Johna.

Dabei hat der Marburger Bund 3940 Stimmen bekommen gefolgt von den Fachärzten mit 3.293 Stimmen (20 Sitzen) und den Hausärzten mit 1.784 Sitzen (11 Sitzen). Die Delegiertenversammlung verfügt über 80 Sitze und es haben sich 11 Listen an der Wahl beteiligt.

Bedauerlich ist die insgesamt sinkende Wahlbeteiligung in Hessen: 37,2 Prozent, bei der letzten Wahl 2013 waren es noch 41 Prozent. Wahlberechtigt waren in diesem Jahr 36.779 Ärztinnen und Ärzte in Hessen. Abgegeben wurden 13.690 Stimmen, davon gültige Stimmen waren 13.636 Stimmen. Nach Meinung des MB liegt eine Aufgabe des zukünftigen Präsidiums darin, hieran zu arbeiten und die Ärztekammer attraktiver, moderner und transparenter aufzustellen.

Wichtig war es dem Marburger Bund im Wahlkampf sachlich zu argumentieren und diese Linien wollen wir auch in Zukunft fortführen.

„Wir hoffen auf eine konstruktive Zusammenarbeit, auch mit den anderen Listen, und freuen uns darauf die Bedingungen für die Ärzteschaft in Hessen weiter voran zu bringen, vor allem die neue Weiterbildungsordnung und die Notfallversorgung sind Baustellen an denen es jetzt gemeinsam zu arbeiten gilt.” so Johna.

Am 25. August 2018 tritt die neue Delegiertenversammlung das erste Mal zusammen. In dieser konstituierenden Sitzung werden Präsident, Vizepräsident und die weiteren Mitglieder des Präsidiums der Landesärztekammer Hessen gewählt. Die Legislaturperiode des neuen Ärzteparlaments beträgt fünf Jahre (2018 bis 2023).


 

Unser Programm
Für eine gute und ehrliche Weiterbildung

Wir fordern

  • mehr Zeit für Weiterbildung
  • realistische Untersuchungszahlen
  • Streichung von überflüssigen Untersuchungszahlen
  • Weiterbildung auch in Teilzeit
  • die elektronische Dokumentation der Weiterbildung
  • verbindliche Rotationspläne
  • die Delegation von arztfremden Tätigkeiten
  • strukturierte und zeitlich realisierbare Weiterbildung
  • gute Vergütung
  • Abschaffung von Prüfungsgebühren
  • die Überprüfung von Weiterbildungsermächtigungen

Für eine unbürokratische Fortbildung

Ärztin oder Arzt sein, bedeutet lebenslanges Lernen. Nur so kann der hohe Standard in der Medizin aufrechterhalten werden. Deswegen muss der Zugang zu Fortbildungen erleichtert werden.

Wir fordern

  • mehr freie Tage für Fortbildungen
  • Kostenübernahme für Fortbildungen
  • moderne und unbürokratische Zertifizierungen
  • einheitliche Beurteilungsmaßstäbe für Fortbildungen
  • Evaluation von Fortbildungsmethoden
  • die Teilnahme an externen Fortbildungen als Pflichtbestandteil in der Weiterbildung verankern. Es muss gelten: Fortbildung ist Arbeitszeit

Für eine sichere Rente

Über die berufsständische Altersversorgung im Versorgungswerk der Landesärztekammer Hessen erhalten Ärztinnen und Ärzte bessere Renten als im System der gesetzlichen Rentenversicherung.

Wir wollen

  • auch in der aktuell schwierigen Phase der Niedrigszinspolitik weiterhin für Generationengerechtigkeit sorgen
  • attraktive Anwartschaften für diejenigen, die ins Versorgungswerk einzahlen
  • Rentensteigerungen für diejenigen, die schon Renten beziehen
  • die Berücksichtigung von Erziehungszeiten
  • faire Berufsunfähigkeitsrenten

Für mehr Chancengleichheit von Ärztinnen und Ärzten

Immer mehr Frauen studieren Medizin, immer größer wird auch die Anzahl berufstätiger Ärztinnen. Führungspositionen im Gesundheitswesen werden aber weiterhin weit überwiegend durch Männer besetzt.

Wir fordern

  • Chancengleichheit in der medizinischen Laufbahn
  • Vertretung der berufspolitischen Interessen
  • flexible Arbeitszeiten auch nach der Elternzeit
  • Gleichstellungsbeauftragte in Berufungskommissionen

Für mehr Zeit

Wir wollen, dass Ärztinnen und Ärzte mehr Zeit haben

  • für Patienten
  • in der Weiterbildung
  • für Fortbildung
  • für Familie und Privatleben
  • im kollegialen Austausch

Für eine gute Integration von ausländischen Ärztinnen und Ärzten

Der Mangel an Ärztinnen und Ärzten in Krankenhäusern, Praxen und Öffentlichem Gesundheitswesen in Deutschland ist hausgemacht. Seit vielen Jahren werden an deutschen Universitäten erheblich weniger Medizinstudierende ausgebildet als zur Gesundheitsversorgung benötigt werden. Ausländische Ärztinnen und Ärzte sind deshalb unentbehrlich. Der Marburger Bund setzt sich für eine gute Integration dieser Ärztegruppe ein.

Wir fordern für ausländische Kolleginnen und Kollegen

  • faire Sprach- und Kenntnisprüfungen, damit sie frühzeitig die deutsche Approbation erwerben können
  • die Anerkennung gleichwertiger Ausbildungsgänge
  • den Abbau bürokratischer Hürden

Nur der Marburger Bund sorgt dafür, dass ausländische Kolleginnen und Kollegen keine schlechtere Vergütung erhalten und hat gegensätzliche Forderungen schon in mehreren Tarifrunden abgewehrt.

Für die Interessenswahrung von Ärztinnen und Ärzte in der Gesundheitspolitik

In Gremien des Landes und in Ausschüssen der Landesärztekammer werden wichtige Entscheidungen getroffen. So erfolgen z.B. im Landeskrankenhausausschuss relevante Festlegungen für die hessischen Kliniken.

Wir wollen

  • die Belange der hessischen Ärztinnen und Ärzte in Gremien des Landes und Ausschüssen der Kammer angemessen und sachgerecht vertreten.
  • erreichen, dass überall dort, wo Entscheidungen gefällt werden auch ärztlicher Sachverstand involviert wird.

Für den freien Arztberuf – ohne ökonomische und bürokratische Zwänge

Ärztinnen und Ärzte dienen der Gesundheit des einzelnen Menschen und der Bevölkerung. Der ärztliche Beruf ist der Natur nach ein freier Beruf.

Wir fordern, dass Ärztinnen und Ärzte medizinische Entscheidungen

  • frei von ökonomischen Zwängen,
  • unabhängig von Fallpauschale, Case-Mix-Punkten oder EBM-Ziffern,
  • ohne Rücksicht auf Interessen von Aktionären o.a.,
  • ohne überbordende Bürokratie (z.B. Entlassmanagement),
  • im Sinne einer guten und humanen Patientenversorgung

treffen können.

Für eine integrative stationäre und ambulante Notfallversorgung

Die Notfallversorgung in Hessen muss dringend neu strukturiert werden.

Wir wollen

  • dass Akutpatienten besser versorgt werden können,
  • das Personal in den Notaufnahmen entlasten,
  • dass die Strukturen der medizinischen Notfallversorgung in Deutschland stärker miteinander vernetzt und dem Patientenverhalten angepasst werden,
  • gemeinsame medizinische Anlaufstellen mit koordiniertem Vorgehen der Beteiligten und einheitliche Standards für die Ersteinschätzung der Behandlungsdringlichkeit an allen Anlaufstellen der Notfallversorgung.

Für die Interessen aller

Wir stehen für die Interessen von…

… Klinikärztinnen und Klinikärzten
… Chefärztinnen und Chefärzten
… Fachärztinnen und Fachärzte aus allen Fachgebieten
… Ärztinnen und Ärzten vor und nach dem Berufsstart
… Ärztinnen und Ärzten in Elternzeit und im Wiedereinstieg
… Ärztinnen und Ärzten in ambulanter Weiterbildung
… Ärztinnen und Ärzten in klinischer Weiterbildung
… Ärztinnen und Ärzten in Vertragsarztpraxen
… Ärztinnen und Ärzten in Praxis-Netzwerken
… Ärztinnen und Ärzten im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) und Behörden
… Ärztinnen und Ärzten in Praxis und MVZ
… Ärztinnen und Ärzten in Reha-Einrichtungen
… Ärztinnen und Ärzten in Berufsunfähigkeit
… Ärztinnen und Ärzten in Rente