Engagement lohnt sich!

  
Die Vereinbarkeit von Klinikalltag und Familie beschäftigt viele Ärztinnen und Ärzte.
  

MB-Kandidatin Yvonne Jäger will sich deshalb für eine verlässliche Planbarkeit in Teilzeit einsetzen. Ein weiterer Schwerpunkt ist zudem die Weiterbildungsordnung sowie das Thema berufsbegleitende Fortbildung, wie sie uns im Interview erzählt hat.
  
Warum setzten Sie sich besonders für Ärztinnen ein?
  
Auch wenn es sich klischeehaft anhören mag: Ärztinnen sind häufig eher auf Harmonie aus und artikulieren daher häufig ihre Wünsche nicht und neigen dazu, ihre Rechte nicht einzufordern. Hier möchte ich alle dazu ermutigen, dass es sich lohnt, sich für sich und damit auch für andere zu engagieren. Von der Verbesserung seiner eigenen Arbeitsbedingungen profitieren nicht nur Ärzte und deren Familien, sondern letztendlich auch der Patient und der Arbeitgeber, der einen ausgeglichenen und gut weiter- und fortgebildeten Arzt vorfindet.
  
Wo sehen Sie im Klinikalltag noch Defizite für Ärztinnen? Was muss sich ändern?
  
Hier sehe ich vor allem noch Defizite in der Planbarkeit und Verlässlichkeit: Gerade für Frauen, die sich z. B. aufgrund ihrer familiären Situation für eine Teilzeitstelle entschieden habe, ist es wichtig, dass ihr Zuständigkeitsbereich auch dem reduzierten Stundenumfang angepasst wird. Denn häufig ist es so, dass die oft gute Organisationsfähigkeit von Teilzeitkräften dahingehend missbraucht wird, dass sie mit einer Teilzeitstelle den Arbeitsumfang einer Vollzeitkraft erbringen. Neben der inhaltlichen Anpassung gibt es aber auch Defizite in der Verlässlichkeit der Arbeitszeit. Von Notfällen einmal abgesehen, sollten Ärzte ihre Arbeitszeit verlässlich planen können. Hier gibt es noch große Defizite.
  
Was möchten Sie in den nächsten fünf Jahren in der Kammer voranbringen?
  
Aktuell gilt mein berufliches Engagement vor allem der Umsetzung der Weiterbildungsordnung sowie dem Thema berufsbegleitende Fortbildung im Sinne eines lebenslangen Lernens. Denn ich bin der Meinung, dass die eigene berufliche Zufriedenheit durch das Gefühl, „seinen Job gut zu machen“ erheblich gesteigert wird. Und hier schließt sich der Kreis: Um neben Zeit für die Familie noch Zeit und Energie für Fort- und Weiterbildung zu finden, ist es nötig, dass sich die tägliche Arbeitszeit auch in dem gewünschten und mit dem Arbeitgeber vereinbarten Korridor bewegt. Hierfür lohnt es sich, sich zu engagieren, sich zu organisieren und seine Rechte einzufordern. Dafür werde ich mich auch in Zukunft engagieren. Und hierfür benötigen wir die Unterstützung aller angestellten Ärzte: Sorgen Sie mit Ihrer Stimme bei der Ärztekammerwahl 2018 für den MB dafür, dass Ärzte, die in angestellter Position arbeiten, besser als jetzt in der Ärztekammer repräsentiert werden. Nur dann ist es möglich, die Interessen der Ärztinnen und Ärzte auch durchzusetzen!
  
Zur Person: Yvonne Jäger ist Oberärztin und hat zwei Kinder.
  
Autor: mn