Diesen Beitrag, ursprünglich vom 11.12.09, haben wir ‘nach oben‘ geholt, um auf eine aktualisierte Fassung der Folien vom 13.08.10 hinzuweisen.
Das war das Thema eines Vortrags auf dieses Symposium “Vom Medizinstudium zum Facharzt” im Fortbildungszentrum der Landesärztekammer Hessen am 11.12.09 innerhalb des Schwerpunktes Arbeitsmarkt Krankenhaus.
Der Vortragende, RA Udo Rein, Geschäftsführer des MB Hessen, uns eine Zusammenfassung zur Verfügung gestellt. Die Folien des Vortrags finden Sie ‘offen lesbar’ hier in unserem Infodienst.
Der Marburger Bund hat sich als Ärztegewerkschaft mit seinen zahlreichen arztspezifischen Tarifverträgen fest etabliert. Mit seinen rd. 10.000 Mitgliedern konnte der Marburger Bund Hessen stetig die ärztliche Arbeitssituation verbessern. So gelang es bereits im November 2006, mit dem aus der Tarifgemeinschaft der Länder ausgetretenen Land Hessen einen Tarifvertrag für die an den hessischen Universitätskliniken tätigen Ärztinnen und Ärzte abzuschließen - den anderen Gewerkschaften gelang dies erst drei Jahre später.
Tarifverträge gibt es daneben für die im Marburger Bund Hessen organisierte Ärztinnen und Ärzte in den meisten kommunalen Krankenhäusern, die Mitglied im kommunalen Arbeitgeberverband Hessen sind, den Helios-Kliniken, den Asklepios-Kliniken, den Kerckhoff-Kliniken und dem Herz-und Kreislaufzentrum Rotenburg. Im Reha-Bereich gibt es Tarifverträge mit der Wicker-Gruppe und der Vitalis-Klinik Bad Homburg.
Bei den Kliniken der Deutschen Rentenversicherung finden z.Zt. Streiks statt, da die Arbeitgeberseite bisher nur ein Angebot auf Basis des TVöD vorgelegt hat, das bei Assistenzärzten zu einem Minus von bis zu 5,69 %, bei Fachärzten von bis zu 12,52 % und bei Oberärzten von bis zu 23,36 % gegenüber dem Tarifentgelt der kommunalen Arbeitgebern führt.
Kirchliche Arbeitgeber (Caritas und Diakonie) legen ihre Arbeitsbedingungen ohne Einflussmöglichkeiten des Marburger Bundes fest. So verdient ein neu eingestellter Assistenzarzt (verheiratet, ein Kind) in einem katholischen Krankenhaus jährlich über 1.200 € weniger als in einem kommunalen Haus. Ein neu eingestellter Facharzt verdient in einer katholischen Klinik jährlich sogar über 12.300 € weniger. In vielen Stellenanzeigen wird deshalb bereits die Zahlung einer Differenzzulage zum Ärztetarifvertrag angeboten.