Zum wiederholten Mal zeigt die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) in dieser Pressemitteilung ‘Kein Verständnis für Ärztestreik des Marburger Bundes‘. Das können wir auch aus unserer Sicht nur bestätigen! Denn wenn die DRV wirklich Verständnis für den Ablauf und die Wirkung eines Ärztestreiks hätte, säße sie längst mit konstruktiven Vorschlägen am Verhandlungstisch.
Einen Streik setzt der Marburger Bund erst als letztes Mittel ein, wenn alle Bemühungen um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Tarifverhandlungen gescheitert sind. Die DRV hat aus Sicht des MB offensichtlich kein Verständnis dafür,
Die Funktionsfähigkeit der Kliniken und Reha-Einrichtungen wird dadurch zu Lasten der Patienten schon ohne Streik schwer beeinträchtigt. Und zwar besonders bedrohlich: Während ein Streik prinzipiell auf einen Tariffrieden mit voller Funktionsfähigkeit ausgerichtet ist, blutet die DRV durch miserable Arbeitsbedingungen ohne absehbares Ende aus.
Dennoch werden Dienstleistungen bestreikt, soweit das ohne Schaden für den Patienten möglich ist. Wer mit dem Ablauf eines Ärztestreiks nicht vertraut ist, neigt als leichtfertiger Beobachter dazu, zu wenig streikende Ärzte zu zählen.
Das richtige Sandkorn zur rechten Zeit am rechten Ort kann wirksamer sein als ein Felsen vor der Türe einer Einrichtung.
Sie ist insofern eine sich selbst bestätigende Feststellung, weil sie zeigt, dass der Arbeitgeber zum Schaden seiner Einrichtungen die Wirkung des Streiks nicht wahrzunehmen versteht.
In diesem Beitrag zeigen wir anhand der ausgeschriebenen Stellen, denen wir kaum Chancen auf eine Besetzung zumessen, dass die DRV sich aufgrund der miserablen Arbeitsbedingungen etwa in einer gleichen Größenordnung quasi selbst bestreikt.
Eine Anstellung suchende Ärztinnen und Ärzte machen einen noch größeren Bogen um die Einrichtungen der DRV als sie ihn wegen der unzeitgemäßen Arbeitsbedigungen schon vorher machten. Die niedergelassene Ärzteschaft wird bei der Beratung ihrer eine Rehabilitation suchenden Patienten die angeschlagene Funktionsfähigkeit der DRV-Einrichtungen verantwortungsvoll würdigen und so auf längere Sicht die Wirkung des Ärztestreiks noch mehr zur Geltung bringen.
Bildquelle: MBZ 18/09 Jahresrückblick 2009, S. 4.
Für das Olaf-Cartoon bedanken wird uns bei Dr. med. Ralf Schnelle.