Am 20.01.11 machten die Zahnärztinnen und Zahnärzte am Carolinum, dem zahnärztlichen Lehrinstitut an der Universität Frankfurt/M., Ernst: Um ihre Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen durchzusetzen, traten sie wie hier angekündigt in den Streik. Sie verlangen von ihrem Arbeitgeber den Abschluss eines Tarifvertrages mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund.
Ihr Demonstrationszug bewegte sich vom Klinikum nach Bockenheim, dem Sitz der Universitätsverwaltung. Die Studierenden erklärten sich mit den Streikenden solidarisch und schlossen sich der Demonstration für eine bessere Lehre an.
Der Namensgeber der Stiftungsuniversität empfing die Streikenden sichtlich überrascht mit hochgezogenen Augenbrauen. Wer Berichte über die Versorgung der Zahnerkrankungen aus seiner Zeit kennt, wird eine gute zahnärztliche Versorgung durch exzellente Lehre besonders schätzen.
Vizepräsident Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz (re.) und Kanzler Hans Georg Mockel (li.) empfingen die Streikenden persönlich und ließen sich die Forderungen der Zahnärztinnen & Zahnärzte und der Studierenden vortragen:

Die Pressemitteilung des Marburger Bundes mit der Ankündigung des Streiks hatten viele Medien aufgegriffen. Oft wurde die dpa-Meldung wie hier zitiert.
Der Hessische Rundfunk berichtete auf hr-online.de über den Arbeitskampf.
Die Regionalausgabe Frankfurt der Bildzeitung widmete den ungewöhnlichen Bildern sogar eine ganze Seite “Demo mit Biss“. Sie gab den Forderungen der Streikenden und demonstrierenden Studierenden Gesichter und zitierte wörtlich die Sorge um einen guten zahnmedizinischen Unterricht, die beschränkten Forschungsmöglichkeiten und die drohende Abwanderung frustrierter Fachkräfte ins Ausland. Die Frankfurter Neue Presse griff in ihrem Streikbericht auf fnp.de das Motto “Lee(h)re im Carolinum?!” auf. Der zahnärztliche Notdienst während des Streiks wurde in allen Berichten erwähnt.