Songcontest auf der Ärztedemo in Frankfurt am 14.07.06 erfolgreich
Sie suchen für Ihre Klinik und Demo mehr als die übliche Geräuschkulisse aus Trillerpfeife oder Ratsche? Die Frankfurter Kollegen und Kolleginnen hatten da eine prima Idee: Zur Demonstration der ca. 600 Ärztinnen und Ärzte am Frankfurter Römer sollten die einzelnen Kliniken mit eigenen “Kampfliedern” antreten.
Das war äußerst erfolgreich, es gab eigentlich nur Sieger. Wir werden sukzessive die Lieder in diesem Weblog veröffentlichen. Bilder von der Demo finden Sie hier. Einen Bericht der Streikenden aus Höchst über diesen Tag mit weiteren Songtexten finden Sie hier und eine Bildergalerie mit 55 Bildern hier. (Zurück zum Streikkalender)
(Redaktioneller Nachtrag: Den Streiksong der Darmstädter haben wir inzwischen hier bereitgestellt.)
Damit sie aber am Montag vor Ihrer Vewaltung mediengerecht singen können, hier als erster der Texte der “Geschäftsführersong” der Offenbacher Kolleginnen und Kollegen
(Redaktioneller Nachtrag: Die Offenbacher haben inzwischen ihren Streiksong auch als mp3-Datei (2:42min) zum Anhören hier und als mpg-Video (16,6MB!) hier bereitgestellt.):
1. Der Piepser piepst auch nachts um drei,
wenn Geschäftsführer tief schlafen.
Notarztwagen zieh’n vorbei
und verteilen ihre Gaben.
Der Wiederbelebte: er lebt!
Der Intubierte wird beatmet.
Der Geschäftsführer, der schläft:
Man hat nichts anderes erwartet.
Geschäftsführer schlafen,
während Ärzte stetig Umsatz steigern.
An Ostern, Pfingsten, Heilig Abend, Neujahr -
Tag und Nacht sind sie für Patienten da!
Der Geschäftsführer am Morgen, der strahlt,
weil er inadäquat bezahlt.
2. Es ist Sonntag, die Sonne scheint,
zum Baden zieht es da die Massen
und während diese dann gebräunt,
können Ärzte nur erblassen:
Ein Blinddarm -eitrig- in Saal drei,
ein Polytrauma ist am Bluten.
Auch solche Dinge geh’n vorbei,
zumindest kann man das vermuten.
Geschäftsführer baden,
während Ärzte stetig Umsatz steigern.
An Wochenenden, Feiertage, spät nachts
ist da stets ein Arzt und der macht’s.
Der Geschäftsführer beim Baden, der strahlt,
weil er inadäquat bezahlt.
3. Im Kabinett dann irgendwann,
Ulla und Angela beim Plaudern,
fängt Ullas Herz zu schmerzen an
und sie beginnt sogleich zu schaudern.
Was? Ins Krankenhaus? Ich? Nein!
Ins Krankenhaus? Um Himmels willen!
Der Arzt wird übermüdet sein,
da schluck ich lieber bitt’re Pillen!
Politiker reden,
während Ärzte stattdessen handeln.
Leere Worte, lahme Reden, bla bla,
an Ostern, Pfingsten, Heilig Abend, Neujahr.
Nach dem Dienst der Arzt noch lange nicht strahlt,
da inadäquat bezahlt.
Text: Klinikum Offenbach (singt sich wunderbar zur Musik von Reinhard Mey “Über den Wolken”)
Wir wünschen viel Spaß vor den Verwaltungsfenstern…
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