Diesen Beitrag, ursprünglich vom 29.04.08, zuletzt aktualisiert am 18.07.08, haben wir ‘nach oben geholt’, um auf bessere Arbeitsbedingungen am Klinikum Fulda hinzuweisen. Medizinstudierende im PJ erhalten nun eine Aufwandsentschädigung von 400 €/Monat und dazu das Angebot eines kostenfreien Wohnheimzimmers und kostenfreies Mittagessen. Die frühere Angabe einer Kostenerstattung für Internet und Telefon, freien Parkplatz und, wenn gewünscht, auch ein kostenfreies Jobticket, finden sich auf der Webseite des Klinikums nicht.
Zuvor hatten wir am 5.06.08 auf die Ergebnisse einer Umfrage unseres Nachbar-Landesverbandes Baden-Württemberg hingewiesen, die jetzt hier veröffentlicht wurden. Erfreulicherweise finden sich dort einige Beispiele einer Vergütung bis zu 400 €.
Die Abschaffung unentgeltlicher Praktika, eine häufige Form der Ausbeutung, soll bekanntlich durch eine Gesetzesinitiative des Bundes vorangetrieben werden. Der Marburger Bund Bundesverband hatte dieses Vorhaben hier begrüßt und die Einbeziehung des Praktischen Jahres (PJ) zum Abschluss des Medizinstudiums ausdrücklich angemahnt.
Wir bleiben skeptisch, ob die Medizinstudierenden dabei berücksichtigt werden, und setzen weiter auf eine tarifvertragliche Einbeziehung der Praktikumsvergütung. So hat der MB beispielsweise im Konzerntarifvertrag mit Helios Kliniken GmbH für die Tätigkeit der Studierenden im Praktischen Jahr an Lehrkrankenhäusern des Konzerns eine Vergütung von 400 € pro Monat vereinbart. Bei dieser Gelegenheit weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass eine Tätigkeit in einem dieser Lehrkrankenhäuser über einen ‘Zweithörerschein’ an der für das Lehrkrankenhaus zuständigen Universität auch für Studierende hessischer Universitäten möglich ist. Das Verzeichnis der Lehrkrankenhäuser und der zuständigen Universitäten finden Sie hier.
Dennoch freuen wir uns auch über jeden freiwilligen Entschluss, eine Vergütung im PJ zu zahlen.
Inzwischen beteiligen sich auch Universitätskliniken mit dieser Methode an der Jagd um die besten Köpfe. Seit 1.09.07 zahlt das Deutsche Herzzentrum München eine Aufwandsentschädigung von 400 € im Monat, wie der Marburger Bund im Unispezial des WS 2007/2008 hier berichtete. Am 27.01.08 wies der MB Landesverband Niedersachsen hier auf die Einführung einer ‘Aufwandsentschädigung’ im PJ an der Medizinischen Hochschule Hannover hin, ebenfalls in Höhe von 400 € pro Monat.
Über eine Aufwandsentschädigung in dieser Höhe gibt es jeweils einen Bericht eines Frankfurter Studenten aus dem Klinikum Hanau und eines Marburger Studenten aus der Schwalm-Eder-Klinik in Schwalmstadt (Quelle: pj-ranking.de). Ansonsten nehmen sich die ersten Schritte in dieser Richtung in Hessen eher zaghaft aus:
Die Asklepios-Klinik Lich vergütet Fahrtkosten und Dienste; nach der Quelle pj-ranking.de beträgt das Fahrtgeld 120 €, dazu 75 € pro Dienst.
Das Klinikum Kassel, ein Lehrkrankenhaus der Universität Marburg, lobt hier eine ‘Vergütung’ von monatlich 150 € aus.