Marburger Bund Landesverband Hessen

Dr. med. Wolfgang Bechtoldt †

 
 

Funktionen im, für den und mit dem MB

 

Vorstellung

Bereits als Medizinstudent erkannte Bechtoldt die Notwendigkeit einer schlagkräftigen Organisation der ‘Jungärzte’ und einer Vertretung der Medizinstudenten, um sich wirksamer für die Belange des Studiums einsetzen zu können.

Als Vorsitzender der medizinischen Fachschaften aller drei (westlichen) Zonen organisierte er für den 12. und 13.06.1947 eine ‘Interzonale Medizinertagung’ in Marburg, ein Tipp des amerikanischen Universitätsoffiziers Captain Bentley, um Beschränkungen für eine Reisegenehmigung und die Versammlungsverbote umgehen zu können, natürlich mit einer gemeinsamen Eröffnungs- und Schlussveranstaltung…

Da wundert es nicht, dass ein Schwerpunkt der Veranstaltung auch in Forderungen an ein besseres Studium lag. Zugleich war es aber auch die Geburtsstunde des Marburger Bundes, an die am Tagungsort, dem damaligen gerichtsmedizinischen Institut, eine Tafel erinnerte, die deshalb hier auf der Seite des Organisators dieser Gründungstagung abgebildet wird.

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Die in einer Gedenkstunde bei Fackelschein am 28.10.1967 zum 20jährigen Jubiläum des MB enthüllte Tafel des Kölner Bildhauers Egino Weinert verschwand beim Abriss des August-Gürber-Hauses 1974 spurlos.

Bei einem studentischen Gründungsmitglied des MB kann es nicht verwundern, dass Bechtoldt nach dem Abschluss seines Studiums auch als Arzt aktiv im Verband weiter mitarbeitete. Vom 25.11.1961 an bis 1979 gestaltete er als Beisitzer die Politik des Bundesvorstandes wesentlich mit. In einem Teilabschnitt dieser Zeit war er zugleich von 1961 bis 1973 erster Vorsitzender des Landesverbandes Hessen.

Er war ein lebendes Beispiel für die MB-typischen Chefärzte einer neuen Generation, die statt einer monarchistischen Metamorphose für einen kollegialen Führungsstil und eine angemessene Beteiligung der Mitarbeiter an den Einnahmen aus der Nebentätigkeit eintraten.

Hatte er schon als Medizinstudent aktiv politische Grenzen (damals die militärischen Zonen) zugunsten einer bundeseinheitlichen Ausbildung und eines einheitlichen Arztbildes überwinden wollen, so war es nur konsequent, dass er im heranwachsenen Europa die Rolle eines ‘MB-Außenministers’ übernahm. Er war treibende Kraft für die Gründung der ‘Europäischen Vereinigung der angestellten und beamteten Ärzte’ (heute die ‘Fédération Européenne des Médecins Salariés), deren Grundstein am 1.03.1964 in Paris gelegt wurde. Auf der konstituierenden Hauptversammlung am 12.06.1965 in Turin wurde er zum Vizepräsidenten gewählt. Im Oktober 1969 wurde er Präsident der FEMS.

Nachdem der Vertreter der Niedergelassenen Dr. med. Heinz Stroh zur Legislaturperiode ab 1968 in einer Kampfabstimmung Prof. Dr. med. Wilhelm Theopold abgelöst hatte, der zuvor als Vertreter des MB die Präsidentschaft der Landesärztekammer Hessen innegehabt hatte, wurde Bechthold zum Vizepräsidenten gewählt. In dieser Konstellation ging es dann auch in die folgende Legislaturperiode ab 1972. Nach dem Tod Strohs 1973 wurde Bechthold zum Präsidenten gewählt. In den drei folgenden Legislaturperioden 1976, 1980 und 1984 wurde er wieder gewählt.

Wegen seiner Aufgaben in der Leitung der Landesärztekammer Hessen nahm er sich in der Verbandsarbeit schrittweise zurück. Der MB Hessen ehrte ihn 1977 als Ehrenvorsitzenden, auch der Bundesverband ernannte ihn 1979 zum Ehrenmitglied.

Am 1.10.1986 wurde Bechtoldt von einer heimtückischen Komplikation einer schweren Erkrankung jäh aus seinem Schaffen und dem Kreis seiner eng mit ihm verbundenen Familie gerissen.

 
 
 
 
 

Foto

Foto Dr. med. Wolfgang Bechtoldt †
 
 
 
 

Rückblick

 
 
 
 
 
 
http://www.mbhessen.de/person/bechthold/
Stand: 18.12.09
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