* 07.01.1915 † 18.08.1999
Nach seinem Staatsexamen 1939 war er während des Kriegs Truppenarzt. 1946-1948 arbeitete er am Krankenhaus Frankfurt/M.-Hoechst und promovierte 1948.
Hans Loskant gehörte zu den treibenden Kräften, die bereits 1946, das neue Bundesland Hessen war noch nicht einmal ein Jahr alt, die hessischen ‘Jungärzte‘ gemeinsam mit Dr. med. Erwin Gubener im Raum Frankfurt/Main organisierten. 1948 war er Mitglied einer Ad-hoc-Kommission, die den entscheidenden Antrag zur Gründung des Marburger Bundes formulierten. Anlass war das 4. interzonale Treffen der Krankenhausärzte, eine Vollversammlung der ‘Marburger Gemeinschaft‘, im bayerischen Sudelfeld, als es um die Frage ging, ob es unter dem Dach der sich neu formierenden Ärztekammern gelingen kann, angemessene Arbeitsbedingungen zu erreichen.
Der Antrag der Kommission (Dr. med. Herbert Britz, Assesor Karl Hörle, Dr. med. Erich Liese, Dr. med. Rolf Schlögell - Vorsitz -, Dr. med. Sievers III, Dr. med. Hans-Achim Siggelkow, Dr. med. Josef Zander):
“Die hier versammelten Delegierten der Arbeitsgemeinschaft der Jungärzte sind einhellig der Auffassung, dass zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen der angestellten Ärzte der Aufbau einer wirtschaftlichen Organisation zwingend notwendig ist.
Diese wirtschaftliche Organisation muss fähig sein, Abkommen und Tarifverhandlungen zu führen.
Um diese Verhandlungen führen zu können, ist es notwendig, dass die bisheringen Mitglieder der ‘Marburger Gemeinschaft’ offiziell und schriftlich ihren Beitritt zur neuen Tarifgemeinschaft erklären. Damit haben die Delegierten hier beschlossen, den Landesarbeitsgemeinschaften die Umwandlung der ‘Marburger Gemeinschaft’ in eine tariffähige Organisation dringend zu empfehlen.
Die von den hier versammelten Delegierten ausgearbeiteten Satzungen werden nach juristischer Überprüfung den Landesverbänden zur Annahme empfohlen.”
Der Antrag wurde bei zwei Stimmenthaltungen einstimmig angenommen. Auf Antrag von Britz beschließt die Versammlung “der Name der neuen Organisation lautet Marburger Bund (Vereinigung angestellter Ärzte)“.
Loskant war neben Herbert Britz (1. Vorsitzender) und Josef Zander (2. Vorsitzender) als 3. Vorsitzender ab 5.09.1948 bis 1.09.1949 Mitglied des ersten Bundesvorstandes des Marburger Bundes, damals mit Sitz in Köln.
1963 beschloss die Hauptversammlung des MB Hessen seine Ehrenmitgliedschaft.
(Quelle: Kurt Gelsner, Der Marburger Bund, Verlag Peter Lang, Frankfurt, 1985)
Dr. Loskant war seit 1948 Werksarzt, seit 1950 leitender Werksarzt und seit 1969 mit Prokura zusätzlich Leiter der Sozialverwaltung bei den Farbwerken Hoechst und CDU-Stadtverordneter in Frankfurt/M. Er verfasste “Werksärztlicher Dienst und Gesundheitsschutz in der chemischen Industrie”. Der modern konzipierte Neubau der werksärztlichen Abteilung wurde auch “Loskaneum” genannt (Hess. Ärztebl. 60(10), 1999, 351).
Unter zahlreichen Ehrungen war das Große Bundesverdienstkreuz. Nach ihm wurde der Hans-Loskant-Weg in Frankurt/M.-Höchst benannt (Quelle wickipedia).