Marburger Bund Landesverband Hessen

Prof. Dr. med. Horst Joachim Rheindorf

 
 

Funktionen im, für den und mit dem MB

 

Zur Person

 
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Vorstellung

Rheindorf, der am 6.05.2002 seinen 80. Geburtstag feiern konnte, gehört mit seinem Eintritt in den Bezirksverband Marburg 1950 zum Urgestein des MB. Schnell war er unter dem Vorsitzenden Dr. Theopold stellvertretender Bezirksvorsitzender in Frankfurt. Dorthin hatte den Nordhessen aus Kassel über ein Studium in Marburg und klinischer Weiterbildung in Innerer Medizin und Frauenheilkunde an den dortigen Kliniken seinen Lebensweg geführt. Zudem übernahm er 1951 ehrenamtlich die Geschäftsführung des Landesverbandes.

Maßgeblich hat er 1952/53 an der Umwandlung der sog. Volontärarztstellen an den Kliniken der Universitäten des Landes Hessen in Marburg und Gießen in planmäßige Stellen für Assistenten mitgewirkt. Gemeinsam mit dem Mitglied des MB Dr. Haller hat er dies auch an der Stadtuniversität Frankfurt/Main erreicht, seit 1.04.1953 hinter Haller ärztlicher Geschäftsführer bei der Landesärztekammer Hessen und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, damals beides noch e.V.

An der Universität Frankfurt/Main konnte 1954/55 eine Umwandlung von 100 Volontärarztstellen in 113 Assistenzarztstellen erreicht werden, ebenso kurz darauf im Stadtkrankenhaus Frankfurt-Höchst.

Die Konstituierung der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen 1956 erlebte er als Vertreter des mb. In diesem Jahr wurde er auch geschäftsführender Arzt dieser Körperschaft.

1955 nahm die Arbeitsbelastung als hauptgeschäftführender Arzt der Landesärztekammer Hessen so zu, dass er die Geschäftsführung des Landesverbandes abgab. Damals war auch die Zahl der Mitglieder so gewachsen, dass der Landesverband sich entschlossen hatte, einen hauptamtlichen Geschäftsführer einzusetzen.

Rheindorf war für Vieles, was heute zum selbstverständlichen Programm des MB auf Landesebene wie auf Bundesebene gehört, maßgeblicher Vordenker. Dazu zählen nicht nur Modelle, die, wie das Kollegialprinzip, immer noch nicht die Regel sind und der Umsetzung harren, sondern auch heutige Selbstverständlichkeiten, an deren Durchsetzung gegen vielerlei Wiederstände er wesentlich beteiligt war.

Wir zitieren den leider schon verstorbenen Chronisten des MB Kurt Gelsner (Der Marburger Bund, Chronik der organisierten Krankenhausärzte, Peter Lang Verlag, Frankfurt/Main, 1985):

Auf einer Vortragsveranstaltung des Landesverbandes Hessen, am 24. Januar 1960 im Frankfurter Ärztehaus, setzt sich auch Horst Joachim Rheindorf dafür ein, dass Oberärzte, Abteilungsärzte, Stationsärzte und Funktionsärzte allesamt ihre Lebensstellung im Krankenhaus finden. Ein kleiner Kreis echter Assisteten sollte Gelegenheit haben, eine vielschichtige Weiterbildung für seine spätere Tätigkeit zu erlangen. Um Einwände gegen diese Vorstellungen zu entkräften, die - wenn auch mit anderen Worten - schon Kernstücke des Reformmodells des Marburger Bundes enthalten, fügt Rheindorf hinzu: “Man komme mir nun nicht mit der ‘negativen’ Auslese! Wir sind der Auffassung, dass im Krankenhaus wie in anderen Institutionen des öffentlichen Lebens nur dann ständig hochwertige Arbeit geleistet werden kann, wenn Fachkräfte mit einer besonderen Berufserfahrung, die sie geradezu für diese Arbeit prädestiniert, zur Verfügung stehen.” Auch eine weitere Überlegung, die in der künftigen Krankenhaus-Reformpolitik des Marburger Bundes ihren Platz finden wird, klingt bei Rheindorf schon an: dass nämlich die Kostendeckung für Wiederaufbau, Neuaufbau und Einrichtung von Krankenhäusern nicht im Pflegesatz gesucht werden darf. Hier handle es sich um eine öffentliche Aufgabe ersten Ranges, “von deren Erfüllung Wohl und Wehe aller Staatsbürger abhängen und für die der Bund und die Länder mit den nötigen Investitionshilfen nicht weiter zögern sollten.

Der Aufbau des ärztlichen Versorgungswerkes in Hessen, der Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung in Bad Nauheim, Planung und Gründung der Carl-Oelemann-Schule für die überbetriebliche Ausbildung der Arzthelferinnen in Bad Nauheim, die hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung (HAGE) e.V. sind untrennbar mit seinem Namen verbunden. Die Gestaltung einer strukturierten Krankenhausversorgung in Hessen war ihm ein Anliegen. Die Schaffung der Pool-Regelung in einer Rechtsverordnung ebenso wie die Verankerung der Honorarbeteiligung in der ärztlichen Berufsordnung hat er wesentlich voran getrieben.

Seine Tätigkeit als Lehrbeauftragter für ärztliche Rechts- und Berufskunde honorierte die Universität Gießen 1982 mit der Ernennung zum Honorarprofessor.

Viele Jahre arbeitete er in einem Ausschuss der Bundesärztekammer (der intern sog. Viererbande ;-)) maßgeblich an der Entwicklung einer bundeseinheitlichen Weiterbildungsordnung mit.

Für seine Verdienste ist Rheindorf mehrfach mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden, zuletzt im August 2002 mit dem großen Verdienstkreuz mit Stern. Die deutsche Ärzteschaft zeichnete ihn 1997 mit der Paracelsus-Medaille aus, die österreichische Ärztekammer 2002 wegen seiner Verdienste um eine grenzübergreifende Fortbildung mit dem Ehrenzeichen in Silber.

Der MB hat Rheindorf 1977 zum Ehrenmitglied des Bundesverbandes gemacht und damit die bereits im Landesverband Hessen beschlossene Ehrung über dessen Bereich hin ausgeweitet. Dies demonstriert die Ausstrahlung Rheindorfs, der den Schwerpunkt seiner Arbeit immer im Land Hessen sah, auf die Arbeit und den Erfolg des MB in seiner Gesamtheit.

Aber auch heute von Ruhe(stand) keine Spur: Er ist seit langen Jahren Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Schriftsteller-Ärzte e.V. und war Vizepräsident der Union Mondiale des Écrivains Médicins (UMEM).

 
 
 
 
 

Foto

Foto Prof. Dr. med. Horst Joachim Rheindorf
 
 
 
 
 
http://www.mbhessen.de/person/rheindorf/
Stand: 27.07.09
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