PD Dr. Andreas Scholz

Landesverbandsvorsitzender

Der MB vertritt als einziger Verband die Positionen der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte gewerkschaftlich bei Tarifverhandlungen und bei Privatisierungen gegenüber den Arbeitgebern.

Aktuelle Position:
Klinische Forschung, Gießen

Zur Person:
Dr. Andreas Scholz war wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Physiologie der Universität Gießen und wurde 1997 als Mitglied zum Personalrat der Uniklinik Gießen in der Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiter gewählt. Dort setzt er sich für die Interessen der Ärztinnen und Ärzte ein sowie für den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Aktiv im MB:
Er ist seit 1989 Mitglied im MB. In Gießen wurde er zunächst zum stellvertretenden und 1999 zum Bezirksvorsitzenden des MB gewählt. Er war außerdem als Delegierter bei den Hauptversammlungen des MB-Bundesverbandes. In der Periode 2001-2004 war er Mitglied des Arbeitskreises Mitarbeitervertretung des MB-Bundesvorstandes.

Im November 2003 wurde er als erster stellvertretender Vorsitzender in den geschäftsführenden Vorstand gewählt, als durch den Tod des Vorsitzenden Dr. Wönne Nachwahlen erforderlich geworden waren. Die Hauptversammlung bestätigte ihn im November 2005 im geschäftsführenden Vorstand. Im Januar 2006 wählte ihn der Landesverbandsvorstand zum Vorsitzenden des Landesverbandes. Seit 2013 ist er 1. stellv. Vorsitzender des Landesverbandes.

Im Jahr 2007 wählte ihn die 112. Hauptversammlung des MB Bundesverbandes als Beisitzer in den Bundesvorstand. Drei Jahre später wurde er von der 118. Hauptversammlung in dieses Amt wiedergewählt.

Aktiv in der Ärztekammer:
In der Bezirksärztekammer Gießen war er für die Legislaturperiode 2000-2008 Beisitzer. Im April 2005 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Bezirksärztekammer Gießen gewählt. Er ist Mitglied der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer.

Interview zur Kammerwahl

Herr Dr. Scholz, Sie sind Verbandsvorsitzender des MB, wie erleben Sie die Arbeit in der Kammer?

PD Dr. Andreas Scholz: Als schwierig, da die Kammer von den niedergelassenen und älteren Ärzten dominiert ist. Wichtige Anliegen von jüngeren Ärztinnen und Ärzte werden oft nicht berücksichtigt. Wir haben es als MB leider auch nicht geschafft, unsere eigene und reine MB-Linie zu fahren, da wir immer von anderen Listen abhängig waren. Im Allgemeinen ist die Arbeit in der Kammer nicht immer zeiteffizient. Wir haben hier versucht Struktur hereinzubekommen. Aber es werden Themen immer wieder wegen überlangen Sitzungen verschoben und dadurch wichtige Themen, wie Beitragssenkungen oder Anpassungen an Weiterbildungsordnungen einfach nicht zeitnah behandelt.

Was sind Ihre Schwerpunkte?

Scholz: Ein Schwerpunkt meiner Arbeit im Marburger Bund ist unter anderem die Tarifarbeit. Ein weiteres Thema ist für mich Forschung und Lehre in der Medizin. Dieses Thema ist meiner Meinung nach immer noch ein Stiefkind, da jeder davon ausgeht, das kann der Mediziner ja eben noch on top zur täglichen Arbeit machen. Ich bin daher auch Vorsitzender des Arbeitskreises "Universitäte" im MB-Bundesverband. Die Lehre muss aus meiner Sicht mehr berücksichtigt werden, denn es kann doch nicht sein, dass in Hessen fast kein Mediziner mehr in der Vorklinik unterrichtet. Mittlerweile nimmt die Forschung sogar ab, da es an vielen Kliniken zu wenig Zeit gibt und Ärzte zu sehr in den Klinikalltag eingespannt sind. Es gibt nur noch wenige, die in ihrer Freizeit forschen wollen, wie es sich viele Arbeitgeber vorstellen - das Land Hessen eingeschlossen.

Was hat der MB schon erreicht?

Scholz: Damit sich etwas bewegt, muss man seinen Anträgen in der Kammer hinterher sein. Aus der Opposition heraus hat der MB in den letzten Jahren nur wenige eigene Anträge durchbringen können. Als Beispiele lassen sich hier die Gebührenfreiheit der ersten Prüfung oder eine etwas generationengerechtere Verteilung der Überschüsse im Versorgungswerk nennen.

Wir brauchen unbedingt direktive Richtlinien für Hauptamtliche aber auch für die gewählten Funktionäre, damit sich mehr bewegt, so wie der MB es in der letzten Amtsperiode angestoßen hatte.

Wo müssen sich noch grundlegende Bedingungen ändern?

Scholz: In der Anerkennung und Bearbeitung von Anträgen in der Weiterbildung. In Hessen ist es immer wieder besonders schwierig, Zeiten oder Kurse anerkennen zu lassen. Es kann nicht sein wegen Mutterschutzzeiten sechs Monate nacharbeiten zu müssen. Außerdem müssen die Gelder der LÄKH ordentlich und sparsam verwendet werden. Die Delegierten der anderen Listen und die gewählten Funktionäre müssen sich wieder bewusst werden, dass das Geldmittel der Kollegen sind, mit denen sie dort arbeiten. Es darf daher nicht mehr selbst die Aufwandsentschädigung hochgeschraubt werden anstelle die Mitgliedsbeiträge zu senken, sondern hier müssen die Betroffenen umdenken und anfangen zu sparen. Außerdem scheinen viele Delegierte in den Sitzungen die Kammer mit der Kassenärztlichen Vereinigung zu verwechseln.

Außerdem sollten wir uns mehr einmischen und auch der Politik gegenüber bissiger sein und Rückgrat zeigen. Die Kammer sollte als seriöser Partner nach Außen präsentiert werden. Wir müssen als MB die Kammer von morgen gestalten und weg von einem puren Verwaltungsapparat hin zu einem Partner für die Ärzte und am besten auch für Pateinten.

Warum soll man den MB wählen?

Scholz: Weil sich beim MB überzeugte Ehrenämtler engagieren, die nicht vom System abhängig sind und die angestellte Ärzte, Ärztinnen, junge Ärzte, Rentner und Niedergelassene unterstützen. Außerdem hat der MB mit den Tarifverträgen bewiesen, was er positives für die Ärzteschaft bewegen kann. Es lohnt sich also den MB zu unterstützen, denn wer nicht wählt der hat schon verloren!

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