Freude über den Wahlerfolg und dubiose Entwicklungen

Die Ärztinnen und Ärzte in Hessen haben ihr Ärzteparlament gewählt. Die Liste Marburger Bund ist mit großem Abstand die stärkste Liste geworden, was ein großer Erfolg ist. Bevor am 25. August 2018 in der konstituierenden Sitzung das Präsidium gewählt wird, nimmt der Ausgang der Wahl eine erstaunliche Entwicklung.

So hat es bereits vor der Wahl die Aussage gegeben, dass die alte Koalition aus Fachärzten, Hausärzten und der Liste der Ärztinnen auch nach der Wahl weitermachen will. Und das, obwohl diese Listen zusammen sieben Sitze verloren haben. Im Gegensatz dazu hat der Marburger Bund mit 24 Sitzen deutlich Sitze hinzugewonnen. Derzeit laufen zu  möglichen Kooperationen und Koalitionen Gespräche, über die wir weiter berichten werden.

Ein weiteres Kuriosum ist, dass auf der Liste der Ärztinnen wie bereits in den Jahren 2003, 2008 und 2013 nun zum vierten Mal hintereinander Frau Dr. Conrad zwar auf einem vorderen Platz kandidiert, aber ihr Mandat nicht angenommen hat. Jetzt rückt eine Allgemeinmedizinerin nach. „Hier wird bewusste Wählertäuschung betrieben. Die  Liste der Ärztinnen möchte mit verschiedenen Fachgebieten zeigen, dass sie breit aufgestellt ist, in der Kammer vertreten aber am Ende nur niedergelassene Allgemeinmedizinerinnen ihre Interessen. Die Interessen anderer Fachrichtungen oder von angestellten Ärztinnen werden nicht vertreten“, sagt Dr. Paul Otto Nowak, MB Delegierter in der Ärztekammer. „Wir finden es schade, dass die Liste der Ärztinnen unter solchen Voraussetzungen auf Stimmenfang geht.“

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