Gießener Medizinstudenten besuchen die WHO

Das Schwerpunktcurriculum „Global Health“, ein freiwilliges semesterübergreifendes Lehrangebot des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig Universität Gießen, welches sich mit Entwicklungszusammenarbeit, Medizin im Rahmen der Migration, interkultureller Medizin und gesundheits-, sozial- und kulturwissenschaftlichen sowie historischen und medizinethischen Themen  beschäftigt, hat in diesem Jahr für Medizinstudierende eine viertägige Exkursion nach Genf (Schweiz) angeboten. Dort erwarteten uns unter anderem zahlreiche Vorträge im Hauptsitz der WHO als auch Einblicke in die Arbeit der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Des Weiteren stand ein Besuch der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen und eine Führung durch den Palast der Nationen, wo uns Struktur, Geschichte und Aufgaben der Vereinten Nationen nähergebracht wurden, auf dem Programm und ein   Rundgang bei CERN (European OrganizationforNuclear Research).

Genf gilt zurecht als die vielleicht „kleinste Weltstadt der Welt“, weil sie viele bedeutende internationale Organisationen und NGOs beherbergt, unter anderem den Hauptsitz der WHO. Dieses internationale Flair wird auch auf den Straßen deutlich, denn fast die Hälfte der Einwohner Genfs kommen aus dem Ausland. Das kosmopolitische Ambiente wird abgerundet durch die Kulisse, die der Genfer See mit einem trefflichen Blick auf die verschneiten Alpen mit dem Mont Blanc bietet.

Am Anfang unserer Exkursion stand der Besuch des Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Museums, welches Exponate über die Geschichte und Aktivitäten der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung und des IKRK (Internationalen Komitee vom Roten Kreuz) beinhaltet.

An zwei Tagen waren wir im Hauptquartier der WHO, die sich die weltweite Koordination seiner über 190 Mitgliedsstaaten um die globalen Gesundheitsprobleme auf die Fahne geschrieben hat. Dazu gehören Programme über Tuberkulose, Polio-Eradikation und Tropenkrankheiten, zu welchen wir uns interessante Vorträge anhören konnten. Zudem erwarteten uns diverse Vorträge über die SocialDeterminantsof Health und Universal Coverage and Health Financing. Solche Einblicke direkt von den Machern und Koordinatoren der Konzepte und Programme zu erhalten stellte eine außergewöhnliche Möglichkeit dar, gezielte Fragen zu stellen und auch persönliche Kontakte zu knüpfen, die eventuell für einen späteren Einstieg bei der WHO durchaus von Vorteil sein können. Als Einstiegsmöglichkeit für einen jungen Mediziner wird ein Praktikum empfohlen, um vorerst in einem befristeten Projekt die Arbeit der WHO näher kennenzulernen.

Ferner waren die Hintergrundgespräche mit den Mitarbeitern äußerst interessant. So konnten wir detailliert in Erfahrung bringen, wie kompliziert die Prozesse und Mechanismen für das Erreichen von Kompromiss und Konsens sind. In Genf bekommt man die Gelegenheit, weitreichende Tätigkeiten in einem globalen Kontext zu sehen.

Ein Bericht von MB-Mitglied Herrn Aykut Kaya, Medizinstudent im 9. Semester an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

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