Tarifrunde Unikliniken Hessen: Inakzeptables Angebot

Unzureichend und an der Realität der Ärztinnen und Ärzte an den hessischen Universitätskliniken vorbei, bewertet der Marburger Bund das in der zweiten Verhandlungsrunde unterbreitete Angebot des Landes Hessen, der Rhön-Klinikum AG und der Universität Frankfurt. Der Marburger Bund fordert für die Ärztinnen und Ärzte eine lineare Anpassung der Gehälter um 6,2 Prozent sowie die Anhebung von Nacht,- Sonntags- und Kinderzuschlägen. Weiterhin wollen die Ärztinnen und Ärzte an den Unikliniken eine Regelung für ungeplante Dienste sowie für Forschung und Lehre.

Das im letzten Verhandlungsterminüberreichte Angebot geht jedoch an den Belangen der Ärzte grundsätzlich vorbei: Sie  sollen zunächst zwei Monate ohne Lohnerhöhung bleiben. Dann soll bei einer Laufzeit von insgesamt 32 Monaten eine Gehaltserhöhung in drei Schritten erfolgen, die hinter der Gehaltsentwicklung anderer Kliniken zurückbleibt (zunächst 1,7 % für 12 Monate, dann 1,65 % für weitere 12 Monate sowie 0,75 für weitere 8 Monate).

Für die Arbeit in der Nacht, an Sonntagen und für Kinderzuschläge war von Arbeitgeberseite zunächst angekündigt, keine Erhöhung durchführen zu wollen. Dies wurde vom Marburger Bund als inakzeptabel angesehen, sodass von Arbeitgeberseite angekündigt wurde, im nächsten Verhandlungstermin hierfür doch ein Angebot unterbreiten zu wollen. Bei  den  Themen „Übernahme ungeplanter Dienste“ sowie „Aufgaben aus Forschung und Lehre“ blieben die Arbeitgeber bisher völlig unverbindlich. Und das, obwohl in diesen Bereichen dringend Handlungsbedarf besteht, wie eine Blitzumfrage des Marburger Bundes aus dem Juni gezeigt hatte.

Stattdessen wurden noch Gegenforderungen gestellt, die zu Gehaltseinbußen bei Ärzten führen würden. So soll u.a. die berufliche Vorerfahrung nach einer Unterbrechung von 6 Monaten, etwa aufgrund von Forschung oder Kindererziehung, nicht mehr anerkannt werden.

„Dieses Angebot ist absolut inakzeptabel und geht nicht auf die tatsächlichen Nöte der Ärztinnen und Ärzte ein. Wir erwartet für den nächsten Verhandlungstermin am 6. November ein wertschätzendes Angebot, das die wirklichen Interessen der Ärztinnen und Ärzte an den hessischen Unikliniken berücksichtigt“, sagt Andreas Wagner, Geschäftsführer des Marburger Bundes Hessen und Verhandlungsführer.

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