Twinnig Projekt: Medizinstudenten aus Gießen besuchen Rumänien

In diesem Jahr hatte das Twinning Projekt aus Gießen einen Austausch mit Rumänien veranstaltet - genauer gesagt mit der Stadt Timisoara. 15 Studenten aus Gießen besuchten Mitte April die westrumänische Stadt und waren sehr beeindruckt von den Menschen und der Kultur.

„Bei diesem Projekt wird jedem Studenten ein Twin („Zwilling“) der anderen Stadt zugeteilt bei dem er dann auch wohnt“, erklärt Miles Kanngießer, Student in Gießen und Organisator des Austausch-Projekts. „In Timisoara haben die meisten von uns direkt bei den Familien gewohnt, da in Rumänien Wohngemeinschaften eher unüblich sind.“

Während der Zeit in Rumänien haben die deutschen Studenten eine Führung durch das Kreisklinikum bekommen und konnten sich dort live eine OP von einer Besuchertribüne hinter Glas anschauen. „Von außen sahen die Gebäude und Häuser immer sehr alt und runtergekommen aus, aber Innen war alles immer in einem top Zustand“, berichtet Kanngießer von seinen Erfahrungen. Auch gab es die Möglichkeit mit Ärzten morgens auf Station mitzugehen und sich verschiedene Seminare anzuhören.

Spannend sei auch  das Unigelände gewesen: „Anatomie wird dort aus dem Glas unterrichtet und nicht am Körper, die Fakultät beherbergt jedoch zum Beispiel eine Art kleines Anatomie-Museum. Aber das Unigelände und die Bibliothek waren sehr eindrucksvoll mit schönen Arbeitsplätzen und einer großen Sportanlage.“

Die rumänischen Studenten haben auch einen Naht- und Knotenkurs selbst ins Leben gerufen und abgehalten. „In einem vierstündigen detaillierten Workshop haben wir viel lernen können“, sagt der Gießener Student. Da die Terminfindung schwierig war, kamen die  Studenten aus Rumänien bereits zehn Tage später nach Gießen.

„Am ersten Abend sind wir erst einmal gemeinsam auf ein Basketballspiel gegangen und am nächsten Tag haben wir eine Stadttour durch Frankfurt gemacht.“ Zudem gab es einen Soft-Skill-Workshop, einen Sonografiekurs, eine kleine Vorlesung über HIV und einen Unitag bei dem die Studenten auf Stationen verteilt wurden. „Hier konnten sie Blutabnehmen und mit Patienten sprechen. Die Ärzte haben uns das ermöglicht und sich dafür viel Zeit genommen.“  Auch gab es eine spannende Führung der Chirurgen durch die Notaufnahme inklusive der Gießener Johanniter Luftrettungswache.

„In kurzer intensiver Zeit konnten wir viele Eindrücke gewinnen“, so die Rückmeldung der Studenten, die alle von dem Austausch begeistert waren.

Das Projekt:

Das Twinning Projekt ist ein Austausch zwischen zwei Fakultäten. Die Teilnehmer besuchen sich gegenseitig für ca. 1 Woche und lernen vor Ort die Fakultät, die Universität, die Kliniken, das Gesundheitssystem, das Studium und kulturelles Leben kennen. Es können 10 bis 15 Studenten teilnehmen. Jeder bekommt seinen persönlichen Twin zugeteilt, bei dem man während des Besuches wohnt. In Gießen hat das Projekt jetzt zum vierten Mal stattgefunden. Finanziert wird das Projekt zu einem großen Teil über das Dekanat, den Akademischen Auslandsdienst und diversen Sponsoren.

Ator: mn

 

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