Umfrage an den Dr. Horst Schmidt Kliniken: Mehr Patienten, hohe Belastung – Ärzte beklagen Arbeitsbedingungen an den HSK

Für die Ärztinnen und Ärzte an den Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) in Wiesbaden hat seit der Anteilsübernahme durch private Klinikbetreiber eine Arbeitsverdichtung stattgefunden. Dies zeigt eine Umfrage des Marburger Bundes Hessen unter seinen Mitgliedern zu den Arbeitsbedingungen an den HSK. In der Umfrage wurden die Mitglieder unter anderem danach gefragt, ob und wie weit sich die Arbeitsbedingungen seit der Übernahme von Anteilen durch private Klinikbetreiber (zunächst die Rhön AG, jetzt Helios/Fresenius) verändert haben.

94 Prozent der Teilnehmer, die die Frage hinsichtlich der Verdichtung der Arbeit beantwortet haben, gaben an, dass diese seit der Anteilsübernahme von Helios zugenommen hat. Hinzu kommt, dass zwei Drittel angaben, dass sich die Anzahl der zu versorgenden Patienten erhöht hat. Offensichtlich bleibt dies nicht ohne Auswirkung auf die Gesundheit: Als die HSK noch zu 100 Prozent in kommunaler Hand war, hatten 32 Prozent der Ärzte das Gefühl, dass ihre Gesundheit, z. B. in Form von Schlafstörungen oder häufiger Müdigkeit, beeinträchtigt wird, dies ist unter Helios auf 75 Prozent angestiegen. Dazu fühlen sich 19 Prozent unter Druck gesetzt auszustechen, um dann weiter zu arbeiten. Zudem gaben etwa 80 Prozent an, dass seit der Übernahme durch Private ärztliche Stellen in ihrer Abteilung abgebaut wurden.

Erstaunlich ist, dass die von Helios bei Übernahme prognostizierte Effizienzsteigerung bei den Ärzten noch nicht angekommen ist. Nur 17 Prozent gaben bei der Frage nach der Beurteilung der Arbeitsabläufe nach Anteilsübernahme durch Helios an, dass diese effizienter geworden sind. Hingegen sahen 48 Prozent einen Effizienzverlust und 35 Prozent haben keine relevanten Veränderungen erlebt.

„Die Verantwortlichen der HSK sind aufgefordert, die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten so zu gestalten, dass eine gute Patientenversorgung sichergestellt werden kann, ohne dass die Arbeit die Ärztinnen und Ärzte selbst krank werden lässt“, sagt Dr. Susanne Johna, Landesverbandsvorsitzende des Marburger Bundes Hessen.

Der Marburger Bund hat mit der Geschäftsführung der HSK Ergebnisse der Umfrage, insbesondere zu Fragen der Arbeitsbelastung, erörtert. Die Verantwortlichen der Klinik teilten mit, dass diese Themen bekannt seien und an Lösungen bereits gearbeitet werde.

„Wir wollen, dass sich für die Ärztinnen und Ärzte an der HSK die Arbeitsbedingungen verbessern. Deshalb planen wir noch in diesem Jahr eine Ärzteversammlung, auf der die Geschäftsführung eingeladen ist ihre Lösungsvorschläge den Ärzten zu präsentieren“, sagt Johna.

Zur Umfrage: Mehr als 100 Mediziner haben an der Umfrage teilgenommen. An den HSK sind nach Informationen der Geschäftsleitung rund 400 Ärztinnen und Ärzte beschäftigt.

Die komplette Umfrage können Sie per E-Mail an: presse@mbhessen.de anfordern.

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